Richtig Vokabel lernen

Richtig Vokabel lernen

Vokabel pauken zu Schulzeiten war oft mühsam. Für meine Kunden habe ich ein Modell entwickelt, das Paukzeiten minimiert und trotzdem gute Ergebnisse bringt. Es besteht aus drei Faktoren: Zeit - Fokus - Kontext. Je stärker Sie Fokus und Kontext optimieren, desto weniger Zeit müssen Sie investieren. So funktioniert's:

1. Zeit

Je öfter unser Gehirn mit einem Wort konfroniert wird, desto besser wird es abgespeichert und desto schneller kann es abgerufen werden. Wir ölen quasi die Synapsen und machen aus einem kleinen Weg, der zum Wort führt, eine Autobahn. Das kann durch einfache Wiederholung der Wörter passieren, aber auch durch möglichst viele Touchpoints mit einem Wort.

Je mehr Input (Audio, Video, Lesen) Sie auf Englisch bekommen, desto besser. Je nachdem, ob Sie mehr der auditive oder visuelle Lerntyp sind, wählen Sie Podcasts, TED Talks, YouTube Videos, Netflix, Bücher für Native Speaker oder für Ihr Lernniveau (A1, A2, B1, etc.), Spotlight Magazine, etc.

Für die Wiederholung empfehle ich 1) regelmäßig und 2) kurz zu üben. Idealerweise täglich 5 Minuten.

2. Fokus

Wenn Sie Ihr Business Vokabular verbessern wollen, oder gezielt Fachvokabular für Ihre Branchen lernen sollten, dann verwenden Sie das soeben beschriebene System, aber wählen immer Inhalte, die Sie weiterbringen. Für die Fachbregriffe Ihrer Branche hat Ihr Unternehmen wahrscheinlich ein Glossar. Arbeiten Sie damit.

Suchen Sie sich zusätzlich die Website eines ähnlichen Unternehmens, das in den USA ansässig ist. Lesen Sie die Webtexte durch und prägen sich Fachbegriffe ein, aber auch Phrasen, wie man über Ihre Produkte und Leistungen spricht. Oft werden Sie auch gute Redewendungen für Sales finden, die den Kundennutzen beschreiben und ansprechend klingen.

3. Kontext

Unser Gehirn tut sich schwer mit Wortlisten ohne Kontext. Englische Wörter sollen nicht mit dem deutschen Pendant abgespeichert werden, sondern mit einem Bild, einem Video - mit Kontext eben. Wahrscheinlich gibt es Wörter, die Sie für den Rest Ihres Lebens nie vergessen werden, weil Sie sie in einer besonderen Situation erlernt haben. Je näher wir an dieses natürliche Lernen durch Emotionen und Kontext rankommen, desto besser. 

Verwenden Sie keine vorgefertigten Wortlisten, die jemand anders erstellt hat. Arbeiten Sie nur mit neuen Vokabeln, die Sie persönlich "erlebt" haben. Sammeln Sie Ihre Wörter in einem Tool: Wörter aus Ihren Input-Übungen (Audio, Video, Lesen), Wörter aus Ihrem Arbeitsalltag, Wörter aus dem Englisch Coaching, etc. Wenn Sie die Wörter wiederholen, versuchen Sie 1) sich an den Kontext zu erinnern und/oder 2) einen neuen Kontext zu schaffen. Je bildhafter und emotionaler, desto besser.

Tools

Es gibt einige Tools, die ideal sind, um 

  • persönliche Wortlisten zu erstellen
  • diese in verschiedenen Formaten zu üben.

Aktuell empfehle ich:

  • PONS Übersetzer & Vokabeltrainer (2 Apps): Gute Übersetzungsqualität und gute Usability
  • LEO Dictionary: Beste Übersetzungsqualität, Usability leider nicht perfekt
  • Google Translate: Einfachste Bedienung, aber Übersetzungqualität nicht immer gut

Alle drei sind als App und als Desktopversion erhältlich und kostenlos.

Playtime!

Am meisten Fortschritt machen Sie, wenn Sie bei allem was Sie tun, überlegen, wie das auf Englisch heißen könnte und dann immer wieder Wörter nachschlagen und später wiederholen. Tun Sie das mit einer fast kindlichen Neugierde und es wird richtig Spaß machen.

So nutzen Sie die Tools am besten:

  • Sie schlagen ein Wort nach.
  • Sie hören sich das Wort an. (Aussprache ist nicht immer logisch auf Englisch, aber super wichtig!)
  • Sie speichern das Wort in Ihren Favoriten oder Ihrem Vokabeltrainer.
  • Wenn Sie dann Zeit haben, lernen Sie mit Ihrer persönlichen Liste und im Format, das Ihnen Spaß macht (Flashcards, Memory, etc.).
  • Spielen Sie mit Ihren Wörtern. Machen Sie spannende Geschichten, lustige Dialoge, etc. Just have fun with your words!

Wünsche viel Erfolg!